Einkauf in einem schwedischen Möbelhaus

Da dringend eine Vergrößerung unserer Hundeleinen- und Hundehalsbänder-Garderobe erforderlich ist, mache ich mich auf den Weg in ein bekanntes Möbelhaus.

Der Kaufrausch ist vorprogrammiert und setzt ohne geeignete Gegenmaßnahmen zwangsläufig und mit aller Gewalt ein.

Es sind Pärchen unterwegs, die noch nicht allzu lange miteinander liiert sind und jetzt ihre gemeinsame Wohnungseinrichtung überdenken. Während sie wie paralysiert alle möglichen und unmöglichen Einrichtungsgegenstände ansteuert und enthusiastisch mit den schönsten Umschreibungen erklärt, warum gerade dieses Teil an welchem Platz in der Wohnung auf welche Weise zu besonderer Geltung käme, steht er staunenden Auges und Ohres dabei und kann kaum fassen, was da gerade geschieht.

Bei Paaren, die schon länger zusammen leben, verdreht er bei ihren Hymnen auf die dringendst zu erstehenden Utensilien innerlich die Augen. Weil er sich aber die kommenden Tage nicht unbedingt verderben möchte, sagt er besser nichts und lässt sie gewähren. Seinen Gesichtsausdruck könnte sie wohl deuten, wenn es ihr denn möglich wäre, ihre Augen und ihre Sinne von den herrlich verlockenden Auslagen loszureißen.

Die lange Verheirateten sind nicht gemeinsam unterwegs. Er hat schon vor langer Zeit resigniert, wohl wissend, dass sie auch ohne seine Zustimmung macht und kauft, was sie für richtig hält. Deshalb wartet er, ausgerüstet mit reichlich Lesestoff und Verpflegung, im Auto, oder er erlaubt ihr den Ausflug in Begleitung einer guten Freundin, und ergeben harrt er dessen, was sie zum Auto bzw. nach Hause schleppt.

Die Klügeren unter den Kunden sind mit Einkaufslisten unterwegs, die sie abarbeiten, um zu verhindern, völlig überschuldet die Örtlichkeit verlassen zu müssen. Ihre Kinder haben sie vorsorglich in der Cafeteria geparkt, um der Flut der gewünschten Stoff-, Knuddel- und sonstigen Tiere zu entgehen.

Das große Haus verlassen Einzelpersonen, Paare und Familien mit einhellig zufriedenem Gesichtsausdruck, sei es aufgrund der erworbenen Gegenstände, sei es, weil der Spuk endlich ein Ende hat.

Die Schwierigkeiten, das erstandene Arsenal, für dessen Volumen ein ozeantaugliches Containerschiff nötig wäre, samt Familie in einem fünftürigen Mittelklasse-PKW unterzubringen, sind angesichts der vollständigen Befriedigung des weiblichen Beutetriebes nur marginal.

 

Geständnis:

Für so viele Garderobenhaken in Hundepopo-Form hatte ich keinen Auftrag. Für die anderen Dinge, die jetzt unser Haus bevölkern, auch nicht.